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Dr. Bernd Carqué

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Transcultural Studies – Scientific Computing in the Humanities“

 

 

Schwerpunkte der Forschung

 

Bau- und Bildwerke in den höfischen Kulturen des Mittelalters – Vormoderne Herrschaftsrepräsentation im transkulturellen Vergleich – Visualisierungen in den historischen Wissenschaften der Neuzeit und Moderne – Bildmedien historischer Imagination – Wissenschaftsgeschichte der Mittelalterforschung – Geschichte der Kunsthistoriographie in problemgeschichtlicher Perspektive

 

 

Laufende Forschungsprojekte

 

  • Redrawing the Middle Ages. Miniatures of the Codex Manesse and their reproductions in the 18th and 19th centuries
  • Die ikonische Repräsentation materieller Relikte. Eine visuelle Gedächtnisgeschichte des Mittelalters im Frankreich der Neuzeit und Moderne

 

 


Intendiert ist eine Gedächtnisgeschichte des Mittelalters, die den Prozessen der Wahrnehmung, Deutung und Darstellung von Vergangenheit im Medium der Abbildung materieller Relikte nachspürt. Illustrationen antiquarischer, historiographischer, kultur- und kunstgeschichtlicher Druckwerke des 17.-20. Jahrhunderts werden daraufhin untersucht, wie die Repräsentation der materiellen Überlieferung im Bild Vorstellungen vom Mittelalter generiert, fixiert und kommuniziert. Leitend ist dabei die Frage nach der epistemischen Rolle von ikonischen Mitteln, denn Visualisierungen bringen keine mimetische Abbildung, sondern eine am gegebenen Material erarbeitete Konstruktion hervor, die das dargestellte Objekt im Horizont der jeweiligen Gegenwart allererst als historisch signifikante Realität begründet und als solche vor Augen führt. In den ikonischen Repräsentationen der Mittelalterforschung gelangen die Resultate bildlicher Interpretationsprozesse zur Anschauung, die ihren Gegenstand auf je spezifische Weise mit Bedeutung belegt und entsprechend dargestellt haben. Aufgabe einer visuellen Gedächtnisgeschichte des Mittelalters ist es, im historischen Wandel der mediävistischen Vergangenheitsentwürfe wie der Bildtechniken und Druckverfahren aufzuzeigen, welche Sicht- und Verständnisweisen in den Prozessen medialer Aneignung und Bedeutungszuweisung prägend auf Bildgestalt und Bildsprache eingewirkt haben und wie dabei mit genuin ikonischen Mitteln historischer Sinn erzeugt sowie ein spezifisches Bildwissen vom Mittelalter hervorgebracht wurde.

 


Tagungen

 

  • Visualisierung und Imagination. Materielle Relikte des Mittelalters in bildlichen Darstellungen der Neuzeit und Moderne, 2005 (gemeinsam mit Daniela Mondini und Matthias Noell)

 

  • Das Hochaltarretabel der St. Jacobi-Kirche in Göttingen, 2002 (gemeinsam mit Hedwig Röckelein)

 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 01.09.2010
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