Institutsgeschichte

Die Kunstgeschichte in Heidelberg blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Im Jahr 1896 wurde mit Henry Thode der erste Ordinarius für Kunstgeschichte von der Universität Heidelberg, damals noch als Abteilung für neue Kunst im Institut für klassische Archäologie eingegliedert, berufen. 1916 erfolgt die Gründung des Instituts für Kunstgeschichte, von 1916 bis 1929 prägte der Rembrandt-Forscher Carl Neumann die Geschichte des Hauses. Es entwickelte sich ein reichhaltiges Institutsleben, an dem sich die großen Linien der kunstwissenschaftlichen Forschung ablesen lassen. Die Zeit des Nationalsozialismus bildete auch am Kunsthistorischen Institut eine Zäsur. Die zwangsweise erfolgte Emeritierung des Ordinarius August Grisebach und die Emigration des Habilitanden Otto Pächt gehören zu den wohl dunkelsten Kapiteln dieser Zeit. Der Wiederaufbau des Instituts nach dem 2. Weltkrieg und die Einrichtung der Ibero-amerikanischen und Ostasiatischen Abteilung, die seit 2004 als eigenes Institut für die Kunstgeschichte Ostasiens besteht, stellen wichtige Meilensteine der Institutsgeschichte dar. Nach 1945 haben zum Teil bis in die Gegenwart Kunsthistoriker wie Walter Paatz, Erwin Walter Palm, Dietrich Seckel oder Peter Anselm Riedl am Hause gelehrt. Aus der langen Liste der Studierenden der Kunstgeschichte in Heidelberg seien als bekannte Persönlichkeiten der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, die Schriftsteller Anna Seghers, Carl Sternheim, Carl Zuckmayer, Hermann Lenz und der Philosoph Hans Jonas genannt. Das Institut für Europäische Kunstgeschichte hat sich am 1. Oktober 2004 dem Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften angeschlossen. Dieses Zentrum führt innovative Ansätze in der europäisch ausgerichteten Forschung und Lehre in den Fächern Geschichte, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Religionswissenschaft zusammen. Interdisziplinäre Forschung und Lehre werden damit für Studierende und Lehrende gefördert und erleichtert. In gemeinsamen Projekten treten die bereits traditionell in der Heidelberger Kunstgeschichte gepflegten kulturwissenschaftlichen Fragestellungen in den Vordergrund.

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Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 20.10.2016
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